Wir trauern um Klaus Kandler

29-01-2019

Klaus Kandler war 1977 als Turner über die Gauliga und die Gaumeisterschaften in den damaligen Förderkader des HBTG gekommen. Verletzungsbedingt schied er 1980 aus und wechselte ins Traineramt. Seither war er in mehreren Vereinen wie Überlingen, Ludwigshafen, Pfullendorf, Singen und Markdorf als Trainer tätig. Darüber hinaus begleitete er seit 1990 Funktionen wie Gautrainer, Kunstturnwart, Kampfrichter (A-Lizenz), E-Kaderleiter, Turncamp-Gründer und Oberturnwart Leistung im HBTG. Vom Kinderturnfest bis zu den Deutschen Meisterschaften sowie bei einigen internationalen Turnieren hat er die Turner des HBTG als Trainer jederzeit begleitet.

Sein Ausgleich war die Musik, seine Leidenschaft zum Motorrad fahren und das Reisen.

In den letzten Jahren hatte sich Klaus aus dem aktiven Geschehen im Hegau-Bodensee-Turngau etwas zurückgezogen. Er bot immer seine Unterstützung an und war stets als Ansprechpartner präsent.
Im Hauptausschuss des Badischen Turnerbundes vertrat er bis zuletzt die Belange der Turngaue im Bereich Wettkampfsport. Er verfolgte die Wettkämpfe und Aufstiege sowohl der Männer- als auch der Damenmannschaften mit großem Interesse. Der Wettkampfsport – insbesondere der Männer war seine große Leidenschaft. Er war maßgeblich für die Entwicklung und Gründung der Ligamannschaften im Hegau-Bodensee-Turngau verantwortlich, auf sein Betreiben hin wurden die Talente der verschiedenen Vereine zum gemeinsamen Training eingeladen. Daraus entstanden die Mannschaften des TG Hegau-Bodensee, und aufgrund dieser Basis konnte das Team des StTV Singen in diesem Jahr den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffen.
Zahlreiche turnerische Auszeichnungen erhielt er in den letzten Jahren, Ehrungen im Turngau, die Verdienstplakette des BTB, die Ehrennadel des DTB. Als Oberturnwart für das Turnen, später als Fachwart für den Bereich Leistung und den Ligenbetrieb war Klaus stets ansprechbar und gestaltete die Wettkampfausschreibungen und Fortbildungs-Angebote im HBTG maßgeblich mit.
Sein Wirken im Namen des Turnens war beispielgebend und viele Turnerin und Turner verdanken ihm viel. Sein enormes Fachwissen, seine Leidenschaft für den Sport und sein Engagement für das Turnen wird uns fehlen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag verstarb Klaus nach kurzer schwerer Krankheit unerwartet für uns alle.
Der Hegau-Bodensee-Turngau ist tief betroffen. Wir nehmen traurig Abschied von Klaus Kandler. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie.
Der HBTG mit seinen 87 Vereinen und seinen fast 37 000 Mitgliedern verliert einen ganz besonderen Menschen.

Der Vorstand des Hegau-Bodensee-Turngau

 

Noel Weber schreibt für die Turner:

Wer ihn aus der Halle kennt und als Turner auch mal mit ihm trainieren durfte weiß genau, wie schmerzlich der Verlust unseres Klaus ist. Er hat mir und meinen Mitstreitern nicht nur die bestmögliche Grundlage für eine erfolgreiche Turnkarriere gegeben, vielmehr hat er auch auf höherer Ebene dazu beigetragen, dass aus uns ordentliche und gute Menschen werden. Seine Lehren bezogen sich bei Weitem nicht nur auf die Entwicklung turnerischer Fähigkeiten. Die Entfaltung unserer Persönlichkeiten, unserer Einstellung und unseres familiären Gefühls unter einander sind maßgeblich auf Klaus‘ Einfluss zurück zu führen. Auch die prägendsten Erinnerungen unserer Kindheit würde es ohne ihn in dieser Form nicht geben. Beispiellos waren seine vielen Einsätze in E-Kader-Trainings des Hegau-Bodensee-Turngau. Beispiellos waren seine Einsätze in den viele Trainingscamps. Jeder, der an all den Events teilgenommen hat, an denen Klaus dabei war weiß: Ohne ihn wäre diese Zeit nicht die Zeit gewesen, die sie war. Ohne ihn hätten wir heute nicht die tollen Erinnerungen an Erlebnisse unserer Kindheit. Ohne ihn hätten sich die mittlerweile engsten Freundschaften nie entwickeln können. Ohne ihn als Vorbild könnten wir auch nicht sagen, ob wir uns jemals in der Form für den Sport engagieren würden, wie wir es heute tun.

In jeder Stunde, die einige von uns selbst als Trainer geben, versuchen wir Grundlagen und Werte entsprechend seinem Vorbild zu vermitteln. Jedes Element, das wir neu trainieren weckt in uns die Frage, wie Klaus an diese Herausforderung herangehen würde. Und tatsächlich, in solchen Situationen „steht“ er uns auch jetzt mit Rat und Tat zur Seite und wird das auch weiterhin tun. Bis zuletzt hat Klaus es sich auch trotz gesundheitlicher Probleme nicht nehmen lassen, uns Turner bei mindestens einem unserer Wettkämpfe zu besuchen. Das hat uns immer sehr viel bedeutet.
Uns wurde das Privileg zuteil, Klaus kennen zu dürfen. Mit ihm zu lachen, zu weinen und unsere sportlichen Grenzen neu zu definieren. So war er für uns nicht nur ein Trainer. Er war ein Freund, einer der wichtigsten Einflussnehmer unseres bisherigen Lebens und wichtiges Mitglied der Turner-Familie. Uns allen hat er das beste Fundament für ein erfolgreiches Leben gegeben. Sportlich, wie auch persönlich. Das wissen wir heute, werden es immer wissen und dafür wir sind dankbar.

Klaus, dein Verlust reißt ein nicht zu füllendes Loch in unsere Herzen. Doch trotz des Schmerzes versuchen wir weiterhin den Kopf oben zu behalten. Wie du immer gesagt hast: „Ein Indianer/Turner kennt keinen Schmerz“. In Deinem Sinne werden wir den Turnsport jetzt erst recht hochleben lassen. Unsere Gedanken sind jetzt bei Dir und deiner Familie. Wir stehen diese schwere Zeit gemeinsam durch. Seite an Seite, wie wir es von dir gelernt haben.
Auf dich, Klaus, ein 3-faches: „Gienger – Roll“! Ruhe in Frieden. Deine Männer.